Dauner, Ruth: Störungen der visuellen Suche nach erworbener Hirnschädigung / Ruth Dauner
Taunusstein : Driesen, 2008 (Driesen Psychologie). 194 S., 19 cm. - Zugl.: München, Universität, Dissertation, 2007. ISBN 978-3-86866-101-9, Softcover, zahlreiche, teilweise farbige Abbildungen, 35,00 Euro. Zu den häufigsten Ursachen für Behinderung im Erwachsenenalter zählen erworbene Hirnschädigungen, z. B. durch Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Die Folge davon können vielfältige Funktionseinbußen sein, wie Störungen der visuellen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. So führt eine Beeinträchtigung des Überblicks dazu, dass die betroffenen Patienten nicht mehr in der Lage sind, parallel einen möglichst großen Ausschnitt der visuellen Umgebung zu erfassen und relevante Informationen darin zu entdecken. Ruth Dauner befasst sich in ihrer Arbeit mit Störungen des Überblicks bei Patienten mit erworbener Hirnschädigung und verfolgt dabei die Fragestellung, welche Faktoren (z. B. Gesichtsfeldausfall; Ort der Hirnschädigung) für einen Verlust dieser Fähigkeit entscheidend sind. Der Einsatz des visuellen Suchparadigmas ermöglicht es, die beteiligten Prozesse (visuelle Informationsverarbeitung; selektive visuelle Aufmerksamkeit) differenziert zu untersuchen und so spezifische Störungsmuster zu charakterisieren. Die Befunde leisten einen Beitrag zum Verständnis der funktionellen und neuroanatomischen Grundlagen des Überblicks und bieten darüber hinaus Anknüpfungspunkte für die Entwicklung und Optimierung von Diagnostik und Behandlung der betroffenen Patienten. Die Autorin: Jahrgang 1978; Studium der Psychologie mit Schwerpunkt Neuropsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München; 2007 Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ruth Dauner lebt in der Nähe von München und arbeitet als wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl für Neuropsychologie, Department Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Vorwort Meinen besonderen Dank für die Unterstützung bei Planung, Durchführung und Abschluss des Forschungsprojektes im Rahmen meiner Dissertation möchte ich aussprechen: Meinem Doktorvater Herrn Prof. Dr. Zihl (Lehrstuhl für Neuropsychologie, Dep. Psychologie, LMU), der die Voraussetzungen für die Realisierung der vorliegenden Arbeit geschaffen und sie in allen Phasen ihrer Entstehung umfassend begleitet hat. Frau Prof. Dr. Münzel (Lehrstuhl für Neuropsychologie, Dep. Psychologie, LMU) für ihre konstruktive Kritik und hilfreichen Ratschläge. Herrn Prof. Dr. Conrad, Herrn Dr. Wöller und Herrn Dr. Ilg (Neurologische Klinik und Poliklinik des Klinikums der Technischen Universität München Rechts der Isar) für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Rekrutierung von Patienten mit erworbener Hirnschädigung. Herrn Dr. Sämann (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München) für die Beratung bei der Analyse der neuroradiologischen Unterlagen und Gehirnaufnahmen von Patienten mit erworbener Hirnschädigung. Frau Wendl und Frau Specht (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München) für ihre Mithilfe bei der Organisation der Patientenuntersuchungen. Allen Patienten und gesunden Probanden, die sich zur Teilnahme an der Untersuchung im Rahmen der vorliegenden Forschungsarbeit bereit erklärt haben. Ohne ihre Bereitschaft, Motivation und ihr Interesse wäre die Durchführung der Arbeit nicht möglich gewesen. Die vorliegende Arbeit hätte ohne die Förderung durch ein Promotionsstipendium für die Abschlussphase im Rahmen des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms (HWP) zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre an der LMU München nicht so zügig und problemlos realisiert werden können. In diesem Zusammenhang gilt mein besonderer Dank der ehemaligen Frauenbeauftragten Prof. Dr. Mitzdorf und ihren Mitarbeiterinnen, hier insbesondere Frau Idek, für die freundliche und umfangreiche Beratung und Betreuung.
München, im April 2008 Ruth Dauner
Aus dem Inhalt: Vorwort Danksagung. 1 Einleitung 2 Hintergrundinformation 2.1 Visuelle Wahrnehmung 2.2 Visuelle Wahrnehmung und selektive visuelle Aufmerksamkeit 2.3 Visuelle Suche 2.4 Externe und interne Einflussgrößen 2.5 Gegenstand der visuellen Aufmerksamkeit 2.6 Reverse Hierarchy Theory und visuelle Suche 2.6.1 Reverse Hierarchy Theory 2.6.2 Vorhersagen für die visuelle Suche im Rahmen der RHT. 2.7 Neuroanatomische Grundlagen der visuellen Suche 3 Teilprojekt 1: Störungen der visuellen Suche bei Patienten mit homonymen Gesichtsfeldausfällen. 3.1 Einleitung 3.2 Einführung: Gesichtfeld, Überblick, Suchfeld und homonyme Gesichtsfeldausfälle. 3.2.1 Gesichtsfeld: Eigenschaften und neuroanatomische Grundlagen 3.2.2 Überblick, Gesichtsfeld und Blickfeld 3.2.3 Homonyme Gesichtsfeldausfälle nach erworbener Hirnschädigung 3.3 Störungen der visuellen Suche bei Patienten mit homonymem Gesichtsfeldausfall 3.3.1 Schwierigkeiten von Patienten mit Gesichtsfeldausfall in der visuellen Suche 3.3.2 Visuelle Exploration bei Patienten mit Gesichtsfeldausfall 3.3.3 Störungs- und schädigungsbezogene Einflussvariablen bei Störungen der visuellen Suche von Patienten mit Gesichtsfeldausfall 3.3.4 Befunde zu globalen und lokalen Informationsverarbeitungsprozessen bei Patienten mit Gesichtsfeldausfall 3.3.5 Herleitung der Forschungsfragestellungen 3.3.6 Zusammenfassung der Forschungsfragen 3.4 Relevanz der Untersuchung 3.5 Design. 3.6 Methode. 3.6.1 Patientenstichprobe 3.6.2 Vergleichsstichprobe 3.6.3 Visuelle Suche: Untersuchungsbedingungen 3.6.4 Untersuchungsdurchführung und Ergebnismaße 3.6.5 Statistische Analyse. 3.6.6 Hypothesen 3.7 Ergebnisse 3.7.1 Voranalyse: Vergleich der Untersuchungsgruppen 3.7.2 Charakterisierung der visuellen Suchleistung: Gesunde Probanden und Gesamtstichprobe der Patienten 3.7.3 Charakterisierung der visuellen Suchleistung: Patienten mit Hemianopsie und Patienten mit Quadrantenanopsie 3.7.4 Forschungsfragestellung 1: Unspezifische und spezifische Veränderungen der visuellen Suche bei Patienten mit homonymem Gesichtsfeldausfall 3.7.4.1 Klassifikation der Patienten 3.7.4.2 Suchleistung der Patienten mit Verlust bzw. Erhalt der parallelen Suche 3.7.5 Forschungsfragestellung 2: Größe des Restgesichtsfeldes und visuelle Suche 3.7.6 Forschungsfragestellung 3: Zeit seit Hirnschädigung und Suchleistung 3.7.7 Forschungsfragestellung 4: Seite der Hirnschädigung und Suchleistung 3.7.8 Forschungsfrage 5: Ort der Hirnschädigung und visuelle Suche 3.7.9 Forschungsfragestellung 6: Suchgenauigkeit und Suchgeschwindigkeit 3.8 Diskussion. 3.8.1 Interpretation und kritische Diskussion der Ergebnisse 3.8.2 Einschränkungen 3.8.3 Ausblick und künftige Forschungsfragestellungen 3.9 Zusammenfassung des ersten Teilprojekts 4 Teilprojekt 2: Störungen der dimensionsspezifischen parallelen visuellen Suche unter besonderer Berücksichtigung der visuell-räumlichen Aufmerksamkeit bei Patienten mit erworbener Hirnschädigung 4.1 Hintergrund. 4.1.1 Funktionelle Spezialisierung im visuellen System 4.1.1.1 Verarbeitungsmodule und Verarbeitungsrouten 4.1.1.2 Selektive Störungen der visuellen Informationsverarbeitung 4.1.2 Visuelle Aufmerksamkeit 4.1.2.1 Aufmerksamkeitsfeld. 4.1.2.2 Neurophysiologische Korrelate und neuroanatomische Grundlagen des Aufmerksamkeitsfeldes 4.1.2.3 Störungen des visuellen Aufmerksamkeitsfeldes 4.1.2.4 Steuerung der Aufmerksamkeit im Raum. 4.1.3 Parallele und serielle Verarbeitungsprozesse: ein Kontinuum. 4.1.4 Herleitung und zusammenfassende Darstellung der Forschungsfragestellungen 4.2 Relevanz 4.3 Design 4.4 Methode 4.4.1 Untersuchungsteilnehmer 4.4.1.1 Patientenstichprobe 4.4.1.2 Vergleichsstichprobe 4.4.1.3 Hospital Anxiety and Depression Scale - Deutsche Version (HADS-D) 4.4.2 Klinische Untersuchungsverfahren 4.4.2.1 Klinisches Standardsuchparadigma und Kontrollmessung. 4.4.2.2 Computergestützter Aufmerksamkeits-Belastungstest (CAB). 4.4.3 Visuelle Suche: experimentelle Bedingungen 4.4.4 Apparatus und Untersuchungsdurchführung 4.4.5 Statistische Analyse 4.4.6 Hypothesen. 4.5 Ergebnisse 4.5.1 Standardsuchparadigma 4.5.1.1 Charakterisierung der Untersuchungsteilnehmer 4.5.1.2 Kontrolluntersuchung: Übungs- und Ermüdungseffekte 4.5.2 Experimentelle Suchbedingungen: Charakterisierung der Suchleistung gesunder Probanden. 4.5.2.1 Einfluss soziodemographischer Daten. 4.5.2.2 Experimentelle Suchbedingungen: Unterschiede in der dimensionsspezifischen parallelen Suche und Einfluss der Reizfeldgröße bei gesunden Probanden. 4.5.3 Experimentelle Suchbedingungen: Unterschiede in der dimensionsspezifischen parallelen Suche und Einfluss der Reizfeldgröße in der Patientenstichprobe 4.5.3.1 Patienten mit Gesichtsfeldausfall 4.5.3.2 Patienten mit Amblyopie. 4.5.3.3 Patienten mit parazentralem Skotom 4.5.3.4 Patienten ohne Gesichtsfeldausfall. 4.5.4 Spezifische Störungsmuster in der parallelen visuellen Suche in Abhängigkeit vom Ort der Hirnschädigung 4.5.4.1 Spezifische Störungsmuster in der parallelen visuellen Suche 4.5.4.2 Deskriptive Analyse der Hirnschädigung 4.5.5 Suchgenauigkeit der gesunden Probanden und der Patientengruppen 4.5.5.1 Genauigkeit der gesunden Probanden in den experimentellen visuellen Suchbedingungen 4.5.5.2 Charakterisierung und Klassifikation der Suchgenauigkeit in den Patientenuntergruppen 4.5.6 Selektive visuelle Aufmerksamkeit und visuelle Suchleistung. 4.5.6.1 Selektive visuelle Aufmerksamkeit und visuelle Suche bei gesunden Probanden 4.5.6.2 Selektive visuelle Aufmerksamkeit und visuelle Suche in den Patientenuntergruppen 4.6 Diskussion 4.6.1 Interpretation und kritische Diskussion der Ergebnisse 4.6.2 Einschränkungen 4.6.3 Ausblick und künftige Forschungsfragestellungen 4.7 Zusammenfassung des zweiten Teilprojekts 5 Zusammenfassende Darstellung des Forschungsprojekts und abschließende Bemerkungen
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