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    Knizia, René: Die Zeit läuft : dem Zeitmanagement auf der Spur / René Knizia

Taunusstein : Driesen, 2005 (Driesen Edition Wissenschaft). - 101 S. ; 19 cm. Zugl.: Jena, Universität, Magisterarbeit, 2004. ISBN 3-936328-33-1 Softcover, 18,00 Euro.
Die Menschen in den modernen Industrienationen haben das Gefühl, die Zeit laufe ihnen davon. »Schneller, höher, weiter« ist die anerkannte Lebensmaxime. Demgegenüber ist »Zeit haben« purer Luxus. Zeitmanagement versucht beides in eine Balance zu bringen.
René Knizia untersucht sowohl das Phänomen »Stress« mit seinen gesundheitlichen Folgen als auch das moderne Zeitmanagement. Der Autor zeigt anhand der Entstehung des gegenwärtigen Zeitbewusstseins, der Chronobiologie, des positiven Zukunftsdenkens und der Handlungstheorie einen neuen Weg sowie den Sinn einer aktiven Biografiegestaltung auf. Betrachtungen über die psychologische Qualität von Zielen und einer Umfrage zum Thema Zeit runden die Arbeit ab.
Der Autor: Jahrgang 1968; Studium der Erziehungswissenschaft, der Psychologie und der biologischen Anthropologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena; Ausbildung zum Trainer an der Trainerakademie Thüringen. René Knizia lebt in Jena und arbeitet als freiberuflicher Trainer und Dozent zu den Themen Zeitmanagement, Kommunikation, Körpersprache sowie Präsentation & Visualisierung.
Aus dem Inhalt
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zielstellung meiner Arbeit
3 Stress – eine erste begriffliche Verortung
3.1 Der Stressbegriff
3.2 Auswirkung von Stress auf die Gesundheit
3.2.1 Physiologie des Stresses
3.2.2 Korrelation zwischen Stress und Gesundheitsgefährdung
3.2.3 Persönlichkeit und Stress im Zusammenhang mit Herzerkrankungen
4 Das Zeitmanagement – Eine erste kritische Betrachtung
4.1 Die Entwicklung des heutigen Zeitverständnisses
4.2 Eine Umfrage zum Zeitverständnis
4.3 Zeit und Beschleunigung heute
4.4 Zeitökologie und Entschleunigung
5 Von der Vision zum konkreten Handeln
5.1 Visionen und positive Zukunftsphantasien
5.2 Erlernte Hilflosigkeit und Selbstwirksamkeit
5.3 Ziele und ihre psychologische Wirkung auf Handlung und Verhalten
5.3.1 Zielsetzungswirkung
5.3.2 Rückmeldungswirkung
5.3.3 Zielbindung
5.3.4 Negative Aspekte der Leistungssteigerung
5.4 Die konkrete Handlung und das Selbstmanagement
6 Ausblick
7 Literaturverzeichnis
1 Einleitung
»Dir ist auf dieser Welt nur eine begrenzte Anzahl an Stunden gegeben, was du daraus machst, ist einzig allein deine Sache«, sagte Gandalf zu Frodo in Tolkiens Roman »Der Herr der Ringe«.
Dieses Zitat soll zum Nachdenken einladen, es soll bewusst machen, dass der Mensch nur ein einziges Leben hat.
Gestalten die Menschen ihr Leben aber tatsächlich aktiv mit? Wem gibt man die Schuld, wenn das vermeintliche Schicksal einmal wieder zugeschlagen hat? Warum tun die Menschen Dinge, von denen sie genau wissen, dass sie ihnen mehr Schaden zufügen als Nutzen? Warum begibt sich der Mensch täglich in belastende Situationen oder lässt sich von den Vorgesetzten unter ständigen Termindruck bringen?
Fragen über Fragen, welche ich im Rahmen meiner Magisterarbeit versuchen werde zu beantworten. Auf einige Fragen werden sich keine Antworten finden lassen, neue Fragen werden aufgeworfen.
Zwei Begriffe werden im Mittelpunkt stehen: Stress und Zeitmanagement. Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen, was ist das gute am Stress und das schlechte am Zeitmanagement? Leistet das Zeitmanagement tatsächlich das, was in den verschiedenen Medien versprochen wird?
Durch Gespräche mit Bekannten und Freunden habe ich erfahren, dass viele unter ständigen Stress leiden. Und so scheint es vielen zu gehen. In unserer Gesellschaft hat sich ein permanenter Zeitmangel eingestellt. Die Krankenkassen geben jedes Jahr Millionen Euro aus, um die gesundheitlichen Schäden, die auf andauernden Stress zurückzuführen sind, zu bezahlen, dazu kommen die wirtschaftlichen Verluste in den Betrieben durch den Ausfall der Mitarbeiter.
Man kann bei oberflächlicher Betrachtung zu dem Schluss kommen, dass Zeitmangel zu einem Erfolgsindikator unserer postmodernen Gesellschaft geworden ist. Wer keine Zeit hat, hat viel zu tun und muss erfolgreich sein.
Zudem gibt es in unserer Gesellschaft den Drang danach, alles gleich und sofort haben zu müssen. Warten wird zu einem Luxus, den sich anscheinend keiner mehr leisten kann oder möchte. Schließlich will man ja erfolgreich sein...
Das Ergebnis ist ein »Ausgebranntsein«, sind Resignation und psychosomatische Erkrankungen. Teilweise wird sogar von einer »Hetzkrankheit« gesprochen (Seiwert, 2003). Und was steht diesem Zustand der ständigen Beschleunigung und der damit verbundenen Folgen für die Gesellschaft und das Individuum entgegen?
Zunächst findet man auf dem Markt unzählige Bücher mit Anleitungen für glücklicheres Leben und Zeitmanagement. Studenten der Universität Chemnitz, Fachbereich Psychologie, haben vier Führungskräfte zum Thema Zeitmanagement befragt. Das Ergebnis: Alle vier Führungskräfte machen es so, wie sie denken, dass es für sie akzeptabel ist. Literatur über Zeitmanagement zu lesen und sich damit auseinander zu setzen, dazu fehlt den Befragten nach eigenen Aussagen die Zeit. Weiteres Ergebnis dieser Befragung: Interesse am Thema Zeitmanagement ist vorhanden.
Das gleiche erlebe ich in meinen Seminaren und bei Seminarangeboten: Seminare mit dem Thema Zeitmanagement kommen auf Grund der geforderten Mindestteilnehmerzahl von acht Personen an den deutschen Volkshochschulen nicht zustande. In der Regel melden sich ca. ein bis zwei Personen zu einem Seminar an. Gehe ich in meinen thematisch anders veranlagten Seminaren auf das Thema Zeitmanagement ein, besteht dort ein reger Diskussionsbedarf und großes Interesse seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Ein weiteres Beispiel für den riesigen Markt zum Thema Zeitmanagement ist die Anzahl der abrufbaren Informationen im Internet. Vor ca. einem Jahr habe ich unter www.google.de den Suchbegriff »Zeitmanagement« eingegeben. Es erfolgte die Anzeige von ca. 55.000 gefundenen Begriffen. Im Dezember 2003 waren es ca. 80.000 Begriffe, im Februar 2004 schon 130.000 Begriffe, welche den Internetnutzern angeboten werden.
Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen ständig zunehmendem, subjektiv empfundenem Stress der einzelnen Person auf der einen, und einer ganzen Reihe von Ratgeberliteratur und Seminaren zum Thema Zeitmanagement auf der anderen Seite.
Was kann das Zeitmanagement dazu beitragen, um Stress zu reduzieren? Sind die angebotenen Instrumente überhaupt geeignet, um dem Einzelnen bei der Klärung seiner Probleme zu unterstützen? Oder ist es vielleicht sogar so, dass durch das angebotene Repertoire an Techniken und Methoden der Stress noch weiter steigt anstatt gesenkt zu werden?
Damit man sich intensiver mit dem Problem Stress auf der einen Seite und Zeitmanagement auf der anderen Seite auseinandersetzen kann, halte ich es für wichtig, sich mit diesen beiden Problemfeldern genauer zu beschäftigen.
Literaturverzeichnis
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